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Vier Weltmeister für einen Wallfahrtsort
Dienstag, 03 Oktober 2006
Antoine Albeau ist Weltmeister beim Colgate Surd Worl CupZum Abschluss nahm der Windsurfer Antoine Albeau auf Sylt noch mal eine Dusche. Unfreiwillig und mit australischem Foster’s-Bier. Der 34-jährige Franzose war soeben zum Weltmeister im Slalom 42 gekürt worden, und der zweitplatzierte US-Amerikaner Micah Buzianis übernahm die etwas andere Taufe. „Endlich Slalom-Weltmeister geworden zu sein, und dann auch noch hier vor diesem Publikum, ist fantastisch“, freute sich der Sieger.



Am zehnten und letzten Tag des Colgate World Cup Sylt wurden insgesamt vier Weltmeistertitel verliehen. Neben Albeau sicherten sich die Schweizerin Karin Jaggi (Slalom 42), die Spanierin Daida Moreno und der Venezolaner Jose Estredo (beide Freestyle) die Windsurf-Kronen in ihren Konkurrenzen. Die 23. Auflage des Saisonhöhepunkts der Windsurfer glänzte zwar nicht immer mit den besten Windverhältnissen, dafür aber mit strahlendem Sonnenschein, einem riesigen Aufgebot an Windsurf-Prominenz und einem neuen Besucherrekord.

Sylt wurde wieder einmal seinem Ruf als Wallfahrtsort für die Windsurf-Welt gerecht. 180.000 Zuschauer pilgerten im Laufe der Veranstaltung an den Brandenburger Strand in Westerland. Abends wurde gefeiert und tagsüber die Wettfahrten beobachtet. Außerdem holten sich die Fans Unterschriften ihrer Windsurf-Idole. „Auf Sylt ist es aber auch etwas ganz Besonderes, hier könnte ich den ganzen Tag nur schreiben“, sagte Robby Naish zum Massenauflauf der Autogrammjäger auf der Strandpromenade. Die 43-jährige Windsurf-Legende konnte in seiner aktiven Zeit selbst sechs Mal auf Sylt gewinnen – jetzt übergab er am Ende der Veranstaltung die Pokale an die Weltmeister. Einer seiner größten Konkurrenten vergangener Tage war ebenfalls da – allerdings auf dem Brett: Björn Dunkerbeck wurde auf Sylt Achter. Seinen zehnten Sylt-Sieg muss er also auf nächstes Jahr verschieben.

Die deutschen Windsurfer waren nicht unter den Gewinnern, Bernd Flessner (Norderney) und Klaas Voget (Kiel) belegten im Slalom den 13. und 15. Platz. Während Flessner etwas Pech mit den Windverhältnissen hatte und so eine sehr gute Platzierung verpasste, überraschte Vogets Ergebnis, da er eigentlich gar kein Spezialist in dieser Disziplin ist.

Das „Wimbledon des Windsurfens“ lockte 126 Athleten aus 27 Ländern nach Norddeutschland. 105.000 Euro Prämien wurden an sie ausgeschüttet. Nirgendwo auf der Welt genießen die Sportler ein derartig großes Interesse wie hier. Und deshalb versprachen auch alle, im kommenden Jahr wiederzukommen. Um zum einen die außergewöhnliche Atmosphäre zu genießen. Und zum anderen vielleicht ja auch eine weltmeisterliche Bierdusche.


 
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