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Donnerstag, 13 Juli 2006 |
Internationale Ausschreibung „Wörterwanderung“ erfolgreich gestartet:
Vasistas, Butterbrot und Gesundheit sind die am häufigsten genannten „ausgewanderten“ Wörter
Über 850 „ausgewanderte“ Wörter aus aller Welt sind bereits im Rahmen der Ausschreibung „Wörterwanderung“ beim „Deutschen Sprachrat“ eingereicht worden. Die meisten Vorschläge kommen aus dem Englischen, Russischen, Ungarischen und Polnischen.
Die internationale Ausschreibung "Wörterwanderung", die noch bis Ende September Wörter mit deutschem Ursprung sucht, die in alle Welt "ausgewandert" sind - also in anderen Sprachen Aufnahme und vielfach auch eine neue Bedeutung gefunden haben -, erfreut sich großer Resonanz: Bisher sind über 850 Einsendungen eingegangen, u. a. aus Australien, Brasilien, Uruguay, Argentinien, Bolivien, Ecuador, der Russischen Föderation, Armenien, Japan, Indonesien, Taiwan, Nigeria, der Türkei, Großbritannien, Italien und Rumänien.
Die meisten Zusendungen nannten Wörter, die ins Englische, Russische, Ungarische und Polnische ausgewandert sind. Aber nicht nur dort, sondern auch in einer Vielzahl von anderen Sprachen, darunter Afrikaans, Swahili, Vietnamesisch, Estnisch und Kirundi, haben Teilnehmer der internationalen Ausschreibung "Wörterwanderung" deutsche Wörter identifiziert, ihre Geschichten erzählt und ihren Bedeutungswandel erforscht.
Vasistas, Butterbrot und Gesundheit sind bisher die Spitzenreiter der Ausschreibung: Sie wurden am häufigsten genannt. vasistas bezeichnet im Französischen ein "Oberlicht" oder ein "Kippfenster". Abgeleitet wurde es vom deutschen "Was ist das". Ein Butterbrot ist im Russischen ein belegtes Brot, jedoch ohne Butter. Gesundheit wird im amerikanischen Englisch statt "Bless you" gebraucht.
Weitere Beispiele aus den Einsendungen: Einen Frechdachs nennt man im Französischen einen loustic. Bietet man einem Russen das "Du" an, sagt man am besten Brüderschaft. In der Türkei wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts oft deutsches Bahnpersonal eingesetzt. So bürgerte sich das Wort fertik als Zeichen zum Abfahren ein. In Finnland werden Hausmeister, Portiers, aber auch Wachmänner in Bars oder Nachtclubs als vahtmestari bezeichnet, abgeleitet vom deutschen "Wachtmeister". Unter einem Chope, vom deutschen Wort "Schoppen" abgeleitet, versteht ein Brasilianer nicht etwa ein Glas Wein, sondern ein Bier vom Fass, das er in der "Choperia" zu sich nimmt.
Noch bis zum 30. September können "ausgewanderte" Wörter eingesendet werden. Hauptgewinn ist eine Kulturreise nach Berlin. Die interessantesten Wörter mit ihren Geschichten werden in einem Buch veröffentlicht, das im November 2006 im Max Hueber Verlag erscheint. Weitere Informationen: www.deutscher-sprachrat.de
Die Ausschreibung "Wörterwanderung" ist Teil des internationalen Projekts des Goethe-Instituts "Die Macht der Sprache", in dessen Rahmen 2006 und 2007 weltweit Veranstaltungen zum Thema "Sprache in einer globalisierten Welt" stattfinden. Weitere Informationen zu dem weltweiten Projekt "Die Macht der Sprache": www.goethe.de/die-macht-der-sprache
Nach dem großen Erfolg des internationalen Wettbewerbs "Das schönste deutsche Wort" ist dies die zweite Aktion des Deutschen Sprachrats, die darauf abzielt, Sprache und Sprachentwicklung wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Der Deutsche Sprachrat ist eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Gesellschaft für deutsche Sprache und dem Institut für Deutsche Sprache, in Zusammenarbeit mit Duden (Förderer des Deutschen Sprachrats). Der Deutsche Sprachrat sieht es als seine Aufgabe an, durch Sensibilisierung des Sprachbewusstseins die Sprachkultur im Inland sowie die Stellung der deutschen Sprache im Ausland zu fördern.
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