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Montag, 14 November 2005 |
Am 07. Februar 2005 wurde die Deutsch-Türkin Hatin Sürücü durch drei Schüsse in den Kopf von ihrem Bruder getötet. Der Grund für diesen grausamen Mord war, dass Hatin Sürücü durch eine Scheidung der „Zwangsehe“ mit ihrem Cousin die Ehre der Familie zu verletzen drohte. Seit diesem schrecklichen Vorfall sind arrangierte Ehen ein beachtetes Thema in Deutschland.
Die in Deutschland geborene Autorin Hülya Halkan erzählt in ihrem Buch Ich wollte nur frei sein davon, wie sie als Kind zwei Jahre in der Türkei in einer Koranschule verbrachte und dort der arrangierten Ehe mit Mut und Phantasie entkam. In Deutschland schuf sie die Grundlage für ein sebstbestimmtes Leben.
Doch dann wird Hülya erneut aller Mut abverlangt, als sie erfährt, dass ihre kleine Schwester Esme hinter den Mauern der strengen Koranschule festgehalten wird. Als Hülya im Frühjahr 2002 erfährt, dass jetzt auch ihre Schwester heiraten soll nimmt sie allen Mut zusammen und fährt in die Türkei, um diese zu befreien. „Kalkan heißt aufstehen „, sagt Hülya und nimmt das wörtlich.
So wie Hülya und Esme Kalkan ergeht es jedes Jahr Hunderten, wenn nicht Tausenden junger Frauen in Deutschland, viele von ihnen noch keine 18 Jahre alt. In Deutschland aufgewachsen, werden sie gegen ihren Willen in die Heimat ihrer Eltern ausgeflogen und mit Männern verheiratet, die sie noch nie gesehen haben. Hülya wollte das nicht hinnehmen. Ihr Kampf ist ein Vorbild für viele.
Der Roman entführt in die bittere Wirklichkeit des jungen Mädchens doch ist besonders bemerkenswert, dass Hülya dabei nicht hasserfüllt auf ihre Familie blickt, sondern weiter bemüht ist die Kultur zu verstehen, die all ihre erlebten Schrecken provoziert hat.
Ein Buch, dass auch dem Leser einen tiefen Einblick in die Kultur, das Leben und die Seele von Hülya Kalkan erlaubt.
"Ich wollte nur frei sein" Hülya Halkan ISBN: 3550078587
Autor: Stephanie Trigoudis
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